Buße ist eine Sehnsucht

Man muss sich wundern über den verlorenen Sohn. Wenn er sagt: »Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße«, dann wäre es doch logisch, wenn er fortführe: »Darum will ich den Vater meiden und weit weggehen.« Aber das gerade sagt er nicht. Er fährt fort: »Mache mich zu einem deiner Tagelöhner!«

Er hat nur einen Wunsch, ein Verlangen: Beim Vater zu sein. Rechte Buße macht’s wie Petrus. Der sagte:

»Herr, gehe von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch.«

Und zugleich umklammerte er die Knie seines Heilandes und drängte sich an ihn. Das Wort des verlorenen Sohnes »Mache mich zu einem deiner Tagelöhner« erinnert an Psalm 84,11:

»Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in der Gottlosen Hütten.«

Rechte Buße verachtet die Welt, ihre Ehre, Lust und Pracht. Ja, rechte Buße verachtet sich selbst und begehrt nur die freie Gnade Gottes. Und die wird ihr in Christus zuteil. Darum ist die Buße die Pforte zum Leben.

 

Pfarrer Wilhelm Busch (1897-1966) in "Jesus unsere Chance".
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