Warum nicht ohne Gott?

Als er nun all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbe ganze Land, und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger des Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm.  (Lukas 15,14-16)

Bei meinen vielen Gesprächen, die ich mit Menschen über das Seligwerden führe, stoße ich immer wieder auf einen verhängnisvollen Irrtum. Da sagt so ein nicht wiedergeborener Mensch: »Ich glaube auch an Gott.« Ach, Freunde, wenn’s darauf ankäme! Der verlorene Sohn hat auch an den Vater geglaubt. Er hat keinen Augenblick gezweifelt, dass irgendwo in der Ferne auch sein Vater sei. Aber all sein Unheil kam daher, dass er so fern vom Vater war.

So steht’s mit uns. Ob wir an Gottes Existenz glauben oder nicht – das ist völlig belanglos. Die Frage für uns ist: Haben wir Frieden mit Gott? Leben wir mit Gott und aus Gott?

Unser Text zeigt uns ein Leben fern von Gott. Ich würde genauer sagen: Der Text zeigt uns, wohin ein Leben, fern von Gott, führt. Das Leben fern von Gott hat ja auch eine lustige und fröhliche Seite. Davon war vorher die Rede:

»Er zog ferne über Land. Und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen.«

Da ging’s hoch her. Und die drei eigentlichen Herrscher der Welt: Augenlust, Fleischeslust und hoffärtiges Wesen, schwangen ein fideles Zepter. Aber das geht nur eine kurze Zeit. Dann wird’s offenbar, was ein Leben fern von Gott wirklich heißt. Weiterlesen ...

 

Pfarrer Wilhelm Busch (1897-1966) in "Jesus unsere Chance".
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  • Das war ein saurer Gang für den verwöhnten jungen Mann. Aber so geht’s. Wer die Liebe des Vaters verschmäht, der muss die Kälte der Menschen erfahren. Wer nicht zum Herrn gehen will, der muss sich an Menschen hängen und ein Knecht der Menschen werden.

  • Ich habe von einer Familie gehört, die es erfahren hat wie der verlorene Sohn. Das waren Leute, denen es gut ging. Und als ihnen eines Tages ein treuer Zeuge Jesu sagte, sie möchten doch den Heiland in ihr Herz und Haus lassen, da lächelten sie überlegen. Und der Mann meinte: »Oh, wir wollen schon so fertig werden. Wir sind doch aufgeklärte Leute.«

  • O du junger Mann, wo sind deine Freunde von einst? Wo sind sie? Merkst du nun, dass du gar keine hast? Und den einen, der es gut mit dir meinte, den hast du verlassen.