Ein Leben in der Einsamkeit

Hier steht ein erschütterndes Wörtlein, das Wörtlein »niemand«. Und »niemand gab sie ihm«. O du junger Mann, wo sind deine Freunde von einst? Wo sind sie? Merkst du nun, dass du gar keine hast? Und den einen, der es gut mit dir meinte, den hast du verlassen. Merkst du nun, dass deinen Freunden gar nichts an dir lag? Sie wollten etwas von dir. An dir selbst lag ihnen gar nichts. Nun bist du todeinsam.

Kennt ihr den Kupferstich des jungen Dürer vom verlorenen Sohn? Ein großes Gehöft und ein weites Land sind da dargestellt. Aber – kein Mensch ist ringsum zu sehen. Nur der verlorene Sohn. Händeringend kniet er zwischen den grunzenden Schweinen.

Ganz einsam! Leben ohne Gott macht ganz einsam. Das ist einfach eine Erfahrung. Denkt an das einsame Ende des Judas! Wie anders ist es im Vaterhaus! Freunde, ich habe Zeiten gehabt, wo ich tagelang keinen Menschen zu sehen bekam. Aber ich erfuhr: Jesus macht Sein Wort wahr:

»Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende« (Matthäus 28,20).

Und ich erlebte die Gemeinschaft im Heiligen Geist mit der triumphierenden Kirche, mit der oberen Schar, und mit den Brüdern und Schwestern der kämpfenden Kirche!

»Oh, wie lieb ich, Herr, die Deinen, die Dich suchen, die Dich meinen ...«“

 

Pfarrer Wilhelm Busch (1897-1966) in "Jesus unsere Chance".
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Aus allen Bereichen

  • Im Anfang des vorigen Jahrhunderts lebte in Stuttgart der gesegnete Pfarrer Dann. Der traf einst ein Gemeindeglied, einen Schneidermeister, und fragte ihn: »Warum kommen Sie gar nie zum Abendmahl?«

  • Bei meinen vielen Gesprächen, die ich mit Menschen über das Seligwerden führe, stoße ich immer wieder auf einen verhängnisvollen Irrtum. Da sagt so ein nicht wiedergeborener Mensch: »Ich glaube auch an Gott.« Ach, Freunde, wenn’s darauf ankäme!

  • Man muss sich wundern über den verlorenen Sohn. Wenn er sagt: »Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße«, dann wäre es doch logisch, wenn er fortführe: »Darum will ich den Vater meiden und weit weggehen.«